Alle Kantone in 24
Stunden
Mit dem schweizerischen öffentlichen Verkehr durch alle 26 Kantone
der Schweiz in möglichst kurzer Zeit.

Mit dem Regionalzug fuhr ich um 22:02
von Zofingen nach Olten, und via Bern erreichte ich
um ein Uhr Brig. Anstatt in den Morgen zu warten fuhr
ich mit dem Genève-Zagreb-Zug durch den Simplon. Von
2:13 Uhr bis 3:16 Uhr wäre ich nach Fahrplan in Domodossola
gewesen, doch in Italien stimmen entweder die Fahrpläne oder die Uhren nicht
(Diese Bemerkung bezieht sich auf das Jahr 1997). Wenn es dann fünf Zöllnern
noch langweilig ist und weil ich der einzige im Wartsaal war, untersuchten sie
ausführlich meinen Rucksack; am „Formeln und Tafeln“-Buch
erkannten sie mein Studium und um die PET-Flasche mit dem weissen Zeug drin
wurde ich zusätzlich gefragt, ob ich wirklich sicher sei, dass da Zucchero drinnen sei. Vor der Rückfahrt musste ich sogar
die Hosentaschen leeren. Dass ich mit dieser unbekannten schweizerischen Karte
(GA) von Brig hergekommen sei und nach Brig zurückreise verstand der Kontrolleur nicht. Es war der
Zug, mit dem ich schon am 14.9.1997 von Zagreb nach Ljubljana gefahren war, und
mit dem ich nun in slowenischen Wagen zu seiner Endstation Genève
fuhr. Dabei schlief ich zwei Stunden.
Schon vor langem hatte ich in
aufwendiger Arbeit einen Fahrplan herausgesucht, mit dem es reicht in 24
Stunden durch alle 26 Kantone der Schweiz zu reisen. Heute prüfte ich es nach:
Um fünf Uhr begannen diese 24 Stunden in Martigny mit
dem Kanton Wallis. In Genf stieg ich gleich um in den Zug nach Neuchâtel. Um
8:13 Uhr holte ich den Kanton Freiburg mit der Fahrt von Neuchâtel und zurück.
Via Biel und Delémont kam ich nach Basel. Im Migros kaufte ich mir dort food
ein. Nach Sissach sah ich endlich die Sonne durch den
heutigen Nebel. An Zofingen fuhr ich vorbei nach Luzern und machte einen
Abstecher nach Alpnachstad. Zwei Stunden brauchte ich
für den Kanton Schaffhausen von Zürich aus. Weil der nächste Zug zwei Minuten
Verspätung hatte, merkte ich in Landquart, dass ich die Tour nicht in 19
Stunden schaffen werde, sondern in 24 Stunden, denn mein Anschluss nach
Altstätten fuhr mir einen Kilometer vor Landquart entgegen. Die Stunde
Wartezeit nützte ich mit einem Ausflug nach Chur. In Altstätten nahm ich den
Bus zum Bahnhof der Appenzeller Bahn, dann ging es mit dem Zahnrad nach Gais hinauf. Dort und auch in Appenzell wartete ich 20
Minuten. Direkt nach St. Gallen fuhr ich weiter; und via Zürich erreichte ich
um Mitternacht Basel. Über zwei Stunden wartete ich im Wartsaal auf dem Gleis
5. Mit dem Schnellzug Basel-Chiasso (Brüssel-Venezia) hatte ich die Gelegenheit zweieinhalb
Stunden zu schlafen in einen nichtleeren Abteil. Als der Zug in Bellinzona
hielt, waren die 24 Stunden seit Martigny um und ich
hatte es geschafft. In Chiasso stieg ich gleich in
den Regionalzug nach Lugano zurück. Im IC nach Luzern schlief ich weiter.
Etwa zwei Jahre später las ich in der
Eisenbahn-Zeitschrift „Via“ über einen Bericht einer Tour mit dem gleichen
Ziel. Die Route dieser Person verlief fast exakt in umgekehrter Richtung.
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