Tagebuch-Auszug

Tagesausflug nach Slowenien

24.2.2001 Samstag, Tag von Isola und Palmanova

Kurz vor Venezia Mestre erwachte ich definitiv und packte meine Waren zusammen, nur den Sonnenhut, den ich in der Türe eingeklemmt hatte, um das Klappern zu dämpfen, war nicht mehr zu finden. Der Anschluss nach Trieste war rasant, dann fuhr ich durch die weite Ebene des Friauls und am Fuss der Karstalpen, der Adria entlang bis Trieste. In jener Grossstadt kam ich um 9:03 Uhr an, setzte das Velo zusammen und wurde auf dem Bahnhofplatz von einer Schneeböe uberrascht. Wie schon in Athen und Indonesien kaufte ich also eine Wollmütze an einem unüblichen Ort, denn auf die Alpensüdseite war ich auch aus dem Grund gefahren, weil ich dem schlechten Wetter entfliehen wollte. Sonderbar kam es mir auch vor, dass ich als erstes den Kleiderläden nachfuhr. Gegen Süden durchquerte ich dann Industrie- und Hafenquartiere und fuhr mit Rückenwind (krass stark) die Halbinsel von Muggia hinaus. Nach den gichtenden Wellen folgte der slowenische Zoll, der mich nicht einfach durchfahren liess; und gegen Osten kämpfte ich mit Gegenwind (dafür hatte der Schneefall aufgehört). Bis ich endlich eine Strasse nach Koper gefunden hatte, die weder Feldweg noch Autobahn war, brauchte ich drei Anläufe. Koper umfahrend hatte es sogar einen Veloweg und auf dem folgte ich gleich bis Isola. Als ich die Altstadt auf dem Hügel am Meer durchquert hatte, picknickte ich im Promenadepark. Weil mir sowieso auf der ganzen Tour das Lied „over the mountains and the sea“ nachlief, wählte ich nach der Küstenstrasse die Bergroute zurück nach Trst (Trieste auf slowenisch). Diese 26 km waren alle Gegenwind. In Trieste fuhr ich gleich auf das Castello auf 65 m.ü.M., wo es römische Säulen und eine Festung hatte; in der quadratisch aufgebauten Altstadt untendran schaute ich mir auch die wichtigsten Plätze an und fuhr mit dem Zug um vier Uhr nach Cervignano zurück. Die 1:200‘000-Karte hatte mich auf die Festungsstad Palmanova aufmerksam gemacht (10 km nördlich von Cervignano). Deshalb fuhr ich auf einer Alleenstrasse durch das flache Friaul den besonnten Alpen entgegen dort hinaus. Ich war beeindruckt von der Geometrie und des erhaltenen Festungs-Stadtbildes, fuhr quer durch und im Zick-zack halb rund herum. Mit der Dämmerung radelte ich mit 20 km/h nach Cervignano zurück. Zwei Stunden zu früh (vor dem Nachtzug) kam ich in Venedig an und stellte zwei Sachen fest: 1. Mit dem Velo konnte ich nichts anfangen, es hatte nicht einmal einen Parkplatz; und 2. es war Carnevale. Dennoch hatte es nicht zu viele Leute, und es war ruhig und stilvoll, als ich durch die Gassen zum Markusplatz durch diffundierte. Dort war zwar eine Disco, aber ich machte viele Nachtbilder. Im Nachtzug von 22:17 Uhr ass ich zu Nacht und konnte erst ab Vicenza liegen, denn es hatte viele italienische Carnevalebesucher. In Brig hatte ich eine Stunde Wartezeit und kam dann leider in Kontakt mit schweizern Fastnächtern. Bis Olten um 7:29 Uhr lag ich quer und zu Hause frühstückte ich.

 

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