Tagebuch-Auszug

Interrail-Reise Skandinavien

24.8.1997 Sonntag, Tag des CNL nach Hamburg

Bis um 8:50 Uhr schlief ich aus und nach dem Frühstück lief die ganze Familie zur Kirche, wo der Festgottesdienst zur Einweihung der Kirche nach der Innenrenovation stattfand. Im Anschluss darauf redete ich noch mit einigen Personen. Am Nachmittag stellte ich den Tagebuch-Band 46 her und zeichnete das Titelbild zu den Autokennzeichen. Nebenbei lag ich im Bett, hörte Musik oder räumte das Zimmer auf. M. und ich kochten Spaghetti zum Nachtessen; nach der Tagesschau schaute ich noch den Anfang des Films „Jurassic Parc“ im Fernseher. Vor neun Uhr duschte ich und reinigte das Zimmer mit dem Staubsauger; dann fuhr ich mit einem 12-kg-Rucksack nach Zofingen, wo ich P.K. traf. Zusammen reisten wir nach Basel und nahmen dort im City-Night-Line „Komet“ nach Hamburg mit Abfahrt um 22:30 Uhr Platz. Die Reise war aber trotz „Ruhesessel“ nicht sehr bequem; zuerst schrieb ich noch Tagebuch, doch während er zwischen Offenburg und Hannover nicht mehr hielt versuchte ich zu schlafen.

25.8.1997 Montag, Tag von Kopenhagen 2

Bevor wir um 8:34 Uhr in Hamburg ausstiegen, bekamen wir noch Tee und Gipfeli vom Zugsteam. In Hamburg buchten wir den nächsten Nachtzug und stiegen 40 Minuten nach Ankunft in den EC über den Fehmarn-Belt (Fähre Puttgarden-Rødby) nach Kopenhagen. Während der Fahrt beschaute ich die Reisen-Fähren sowie dänische Landschaften und redete mit einem Briten. Um 14:20 Uhr kamen wir in der dänischen Hauptstadt an und stellten das Gepäck ein. Am Rathaus vorbei und durch die Fussgängerstrasse, wo ich eine dänische topographische Karte kaufte (1:25'000 Helsingør), zum alten Quartier am Nyhavn, durch die Amalienborg und nach der kleinen Meerjungfrau (Bronzestatue) durch das Kastell und den Park des Rosenborg-Schlosses zum runden Turm. Diesen konnte man auf einer inwändigen Rampe in 7 Windungen besteigen und hatte gute Aussicht. An der Christiansborg und der Börse vorbei liefen wir zur Amager-Insel an der „Vor Frelsers Kirke“ vorbei. Nochmals bei der Christiansborg rasteten wir und über den Rathausplatz kehrten wir zum Bahnhof zurück. Mc Donald’s war der Ort, in dem wir verweilten bis zur Abfahrt im Nachtzug um 21:45 Uhr mit einem äusserst heissen Couchette-Abteil. Als wir die Luft gekühlt hatten schlief ich um ca. Mitternacht nach der Überfahrt über den Öresund und der Störung der Zollbeamten.

26.8.1997 Dienstag, Tag von Oslo

ein Zöllner weckte uns und bis Oslo schaute ich noch eine Stunde zum Fenster hinaus. Das Frühstück war Brot und ein Liter Milch. Auf der „Karl Johans Gate“ liefen wir quer durch die Stadt zum Königsschloss. Um den Park gelangten wir zum modernen Backstein-Rathaus. Bevor wir mit dem Schiff zur Halbinsel Dronning fuhren, waren wir auf der Festung Akershus. Ausserhalb der Stadt konnte man drei ausgegrabene Wikingerschiffe sehen, sowie im Freilichtmuseum über hundert traditionelle norwegische Häuser (viele mit Grasdächern, Stadthäuser und eine Stabkirche). Zur Stadt zurück liefen wir der Küste entlang, doch weil die Nasjonalgalleriet geschlossen war, besuchten wir das historische Museum. Als letzter Programmpunkt hatten wir noch die Domkirche, und ich kaufte vorher eine norwegische Bibel. „For har Gud elsket verden at han gav sin Søun, den enbårne, for at hver den som trot ham, ikke skal fortapes, men ha evig liv“ (Joh 3,16). Als wir die billigsten Ansichtskarten gefunden hatten, gingen wir im Bahnhof aufs Perron, doch unser IC nach Trondheim hatte wegen technischen Problemen Verspätung, die auch nach 17 Stunden nicht aufgeholt werden sein wird. Die Fahrt über Hamar und Dombås, durch das Gubransdal mit den schönen Fluss- und Seelandschaften sowie über die Tundra zum Trondheimfjord war wunderschön. Ein Bus fuhr die Passagiere des Nachtzuges nach Bodø bis Stjørdal wegen gesperrtem Gleis, dann ging die Fahrt um 23:45 Uhr weiter und ich schlief bald ein.

27.8.1997 Mittwoch, Tag von Bodø

Kurz vor der Überquerung des Polarkreises, wo ein Denkmal zu sehen war, wurde ich geweckt. Dort, auf 720 m.ü.M., war eine interessante Tundra zu sehen. Ein Tal hinab führte die Bahnlinie und um den dazugehörigen Fjord, nach Fauske und nach Westen bis Bodø,dem Ende der norwegischen Bahn. Zuerst informierten wir uns über die Schiffe und schauten die 40'000-Einwohner-Stadt an. Es hatte ein Rathaus mit separatem Turm, eine moderne Kirche und ein Kulturhus. Auch beim Flugplatz waren wir, doch was wir auch nach 40 Minuten suchen nicht fanden, war ein Einkaufszentrum mit Lebensmittel. Es hatte viele Banken und Detailhändler, auch ein shopping-Gallerie, dich keinen food. Um 13:00 Uhr gingen wir an Bord des siebenstöckigen Passagierschiffs MS Vererålen der „Hurtigruten-Linie“. Dank dem Schülerausweis der Kanti hatte ich 50% Reduktion. Als wir die Orientierung gefunden hatten, ruhte ich mich im Salon aus, und als wir um 15:15 Uhr abfuhren, bewunderte ich auf dem Aussendeck die schöne Inselwelt beim besten Wetter. Die Inseln und Fjordwände bestanden aus kahlen, steilen und meist imposanten Bergen. Wäre das Meer nicht so gross gewesen, hätte ich mich wie auf dem Grimselpass gefühlt. Mit etwa 150 Touristen (vor allem Deutsche) und Einheimischen überquerten wir den breiten Vestfjorden nach Norden und erreichten die Lofoten-Inseln im Fischerdorf „Stausund“, wo ich während des halbstündigen Haltes einkaufte. Von 19:30 Uhr bis neun Uhr führte die Route entlang den Lofoten mit den steil abfallenden Felsen im Abendrot. In Svolvaer liefen P.K. und ich zur Kirche und dem modernen Rathaus und sahen die gebirgige Kulisse. Bis wir den schmalen „Raftsundet“ durchquert hatten (zwischen den Inseln Austvågøy und Himøya) und nach der Baustelle der neuen Brücke über die Meerenge auf den offenen Hadselfjorden mit der hellen Norddämmerung und dem senkrecht stehenden Mond kamen, legte ich mich um Mitternacht im Salon auf dem E-Dekk am Boden zu Bett

28.8.1997 Donnerstag, Tag von Tromsø

Als ich aufwachte, lagen wir i Hafen von Harstad auf den Lofoten. Auch später schlief ich noch im Salon. Vor Finnsnes schaute ich aber hinaus und in jener Ortschaft auf dem Festland gingen wir einkaufen. Durch die Sunde (kanalartige Fjorde) des Malangen-Meerarms fuhr die MS Vesterålen der Hurtigruten-Schiffe an schönen Küstenabschnitten nach Tromsø, der Pforte zum Eismeer. Da das Schiff in dieser 50‘000-Einwohnerstadt fast vier Stunden hielt, besuchten wir das Denkmal von Roald Amundsen und die Domkirche (gelb, aus Holz), das „Paris des Nordens“. Am Hafen war auch das Polarmuseum, das das Leben weit im Norden, sowie Expeditionen dokumentierte. Über die grosse hohe Brücke kamen wir aufs Festland und sahen die Eismeerkathedrale, die weiss, dreieckig und sehr berühmt ist. Am Fuss eines Aussichtsberges liefen wir etwa hoch wegen der Aussicht. Wir sahen die nördlichste Universität der Welt. Das Wetter war wir immer auf dieser Reise sehr schön. Ich kaufte noch eine nationale topographische Karte von Tromsø 1:50'000 bevor wir gegen Abend mit dem Schiff weiter nach Nordosten fuhren. Mit dem GPS feierten P.K. und ich die Überquerung des 20.Längengrades Ost sowie des 70.nördlichen Breitengrades. Nach Sonnenuntergang legte ich mich bald im Salon zu Bett.

29.8.1997 Freitag, Tag des 71. Breitengrades

Als ich erwachte, waren wir im Hafen von Hammerfest und ich startete von sieben bis acht Uhr eine Tour durch die Hauptstrasse der nördlichsten Stadt der Welt und auf einen ca. 120 m hohen Aussichtspunkt. Das Schiff fuhr durch das fast offene Meer (es waren noch kleine Inseln im Norden vorgelagert) über den 71. nördlichsten Breitengrad und hielt in Havøysund. Über den 25. östlichen Längengrad ging es nach Osten durch den Magerøysundet nach Honningsvåg, wo wir definitiv auf die Insel Magerøya ausstiegen. Nach dem Besuch des tourist information, gingen wir noch einkaufen und auf eine Bank und schauten die Kirche und die Häuser an. Zur Jugendherberge liefen wir 7 km auf der E69 Richtung Nordkapp, halb um den Skipsfjord zu einem verlassenen Ort, wo nur ein Campingplatz, ein Riesenhotel und die Jugi mit 18 Betten war (es sah aus wie eine Raumstation auf dem Mars). Um fünf Uhr hatten wir nach fünf fahrenden Nächten wieder ein stehendes Bett. Gegen Nordosten unternahmen wir ein Wanderung aus 222 m.ü.M. mit prächtiger Aussicht aus Eismeer und die Insel. Danach nahm ich im Skipsfjord, der zum Nordpolarmeer gehört ein Bad (ca.10°C). In der Küche assen wir dann zu Nacht, zum Dessert Schokoladen-Banane im Ofen; und um halb elf Uhr gingen wir ins Bett, als nach ein Japaner dazukam.

30.8.1997 Samstag, Tag des Nordkap

Am Morgen schliefen wir aus; als ich das sonnige Wetter sah um 8:20 Uhr stand ich auf und machte eine stündige Wanderung auf einen Hügel im Süden, über hochalpine Matten, an Möven vorbei und um einen Stausee herum, dabei begegneten mir sieben Rentiere ziemlich nahe. Um zehn Uhr assen P.K. und ich zu Frühstück als schon alle aus Skipsfjord verschwunden waren. Um 12:10 Uhr kann dann der einzige Bus auf dieser Strecke und nahm uns die 28 km zum Nordkap mit (darin sass der Japaner, der heute Morgen ins Dorf zurückgelaufen war). Die Fahrt über die Hochebene der zartgrünen Insel Magerøya mit den Rentieren und Fjorden war sehr schön. 100 Kronen kostete der Eintritt (20 Franken) für Studenten an den äussersten Rand des 307 m.ü.M. hohen Plateau am nördlichen Ende Europas (der nördlichste Punkt ist es nicht, dafür ein schöner Felsen), beim Metallglobus waren wir die einzigen. Den unterirdischen Gang zur „King’s view“ (in den Felsen gesprengte Terasse samt Design-Bar) und die Kapelle St.Johannes besuchten wir,bevor wir den Supervideographen mit 5 Leinwänden als Helikopterflugaufnahmen ums Nordkap sahen. Die Felsen auf der Seite mit ihren Couloirs bestaunten wir und ich wanderte einen Kilomter südlich den Weg ans Meer hinunter, wo ich Rentiere traf und den ehemaligen Schiffsteg fand. Den Film im vierten Untergeschoss schaute ich noch ein zweites Mal und als die Position des Kaps mit dem Navi (GPS) bestimmt und gespeichert war, stiegen wir in den Bus, der mit „Rovaniemi“ angeschrieben war und um 17:30 Uhr abfuhr (zum zweitletzen Mal dieses Jahres, denn morgen ist die Saison zu Ende). In Honningsvåg stiegen wir auf die Fähre um, die nach 45 Minuten in Kåfjord am Festland war. Wie die ersten drei Buchstaben verraten, war es ein Kaff, wo wir zwei Stunden auf den anderen Teil der Buslinie warteten. Mit dem selben Japaner wie letze Nacht fuhren wir dem Porsanger-Fjord südwärts entlang durch die Einöde. Es war schon 23:10 Uhr, als wir am Ende des Fjords in Lakselv ankamen und der Car (Bus) auf einem Parkplatz über Nacht hielt.

31.8.1997 Sonntag, Tag von Finnland

Es war schon sehr hell, als ich um 3:50 Uhr erwachte; da ich auch auf vier Sitzen nicht gut schlafen konnte, schrieb ich Ansichtskarten und einen Brief. Um sechs Uhr bis acht Uhr schlief ich nochmals und eine halbe Stunde später fuhr der Chauffeur mit uns dreien ab. Nach Süden ging es ins waldige Hinterland Finnmarks nach Karasjok. Um elf Uhr überquerten wir die Grenze zu Finnland und ich betrat diese Land, am 69,3.Breitengrad, zum ersten Mal. Nächster Ort war Inari und wir sahen den grossen gleichnamigen See. Ivalo war dann mein bisher östlichster Punkt und an viele Ferienorten vorbei ging die Busfahrt über Sodankylä bis um 17:50 Uhr nach Rovaniemi, das gerade am nördlichen Polarkreis liegt. Unterwegs hörte ich Musik (Sibelius und Pärt) und sah enorm viele Seen in der flachen Waldlandschaft. In der Stadt mit 47‘000 Einwohnern gingen wir zuerst zur Jugendherberg, doch wir konnten noch nicht bezahlen, weil bis jetzt in Finnland (Sonntag) keine Bank oder Bankschalter offen hatte. Wir wurden auf ein grosses Hotel verwiesen. Im Viererzimmer planten wir die nächsten drei Tage. Von Rovaniemi schauten wir die Lappia-Halle, die Bibliothek, das Rathaus (alles modern), die grosse evangelische Kirche an und zweimal überquerten wir den Fluss Kenujoki um über die moderne Hängebrücke zum neuen Museumskomplex „Arktikum“ zu gelangen. Von diesem Glasbau gingen wir retour durch das Zentrum, der science-fiction-Stadt, ich ass einen Hamburger und in der Jugi schreib ich Tagebuch und ging um 22:15 Uhr ins Bett.

1.9.1997 Montag Tag von Helsinki

Um 6:20 Uhr finnische Zeit standen wir auf, packten zusammen und leifen zum Bahnhof von Rovaniemi. P.K. und ich setzten unsere Interrail-Reise nach vier Tagen Schiff und Bus im Zug fort. Der Schnellzug um 7:00 Uhr fuhr nach Kemi an den Bottnischen Meerbusen und über Oulu, durch viele Wälder, ach nein, es war immer derselbe Wald, über Tampere nach Helsinki; der Hauptstadt Finnlands mit 530’000 Einwohner. Nach 5858 km Reise seit 8 Tagen liefen wir 2 km nordwärts zur Jugendherberge, die im Olympia-Stadion selbst war (wir fanden sie nicht auf Anhieb). Um halb sieben Uhr waren wir bereit für die Stadt-Besichtigung. Zuerst besuchten wir das moderne Sibelius-Denkmal aus Stahlröhren, dem Meer entlang gelangten wir zur Felsenkirche (in einen Granithügel war ein runder Hohlraum gesprengt mit einer Beton-Kupfer-Kuppel). Nächstes Zielobjekt war die alte Kirche und durch den Park Esplanaden gelangten wir zum Hafen und auf den Senatplatz. Dort war die Universität, die Statue Zars Alexander II und der weisse Dom (Klassizismus) mit einer grossen Treppe zu sehen. Auch die Uspenski-Kathedrale sahen wir von aussen und als es dunkel wurde assen wir im McDonald’s das Menu und liefen zur Jugi im Stadion zurück. Vor unserm 8-er Zimmer (wir hatten aber Betten 9 und 10) lief im Fernseher gerade der Film „Jurassic Park“, englisch gesprochen und finnisch untertitelt und gerade bei der Szene, wo ich am Sonntag vor dieser Reise abgestellt hatte, so konnte ich den Film noch 8 Tagen Unterbruch fertig schauen. Danach ging ich um 23:40 Uhr ins Bett.

2.9.1997 Dienstag, Tag von Joensuu

Um acht Uhr standen wir auf. Durch den Park gelangten wir von der Jugi zum Bahnhof. Weiter liefen wir zur Johannis.Kirche. Mikael Agricola-Kirche und ans Meer. Nach dem Joghurt zum Frühstück testete ich das Wasser der Finnischen Meerbusens auf Salzgehalt (es hatte wenig). An der deutschen Kirche vorbei wandelten wir zur Uspenski-Kathedrale, die russisch-orthodox ausgestattet war und aus Backsteinen gebaut. Es war ein eindrücklicher Kultureinblick in die Russland-Periode Finnlands. Um 13:20 Uhr verliessen wir Helsinki mit dem Schnellzug gegen Osten. Über Lahti, Imatra und Simpele fuhren wir durch viel Wald durch die finnische Seen-Platte nach Karelien und kamen bis wenige Kilometer an die russische Grenze (ich sah hinüber). Den 30.östlichen Breitengrad überquerten wir ebenfalls und hatte so meinen Ostrekord bei ca 30°7‘E. In der karelischen Stadt Joensuu stiegen wir um 19:22 Uhr aus und liefen zur Jugendherberge. Um die Abenddämerung zu sehen liefen wir zum See Pyhäselkä, und der Anblick war überwältigend. An der Universität kamen wir im dunkeln vorbei und um 21:30 Uhr kehrten wir in unsere Zweierwohnung (mit Bad und Küche) zurück. Ich machte mir ein Schokoladen-Fondue und schaute im Fernseher deutsche Nachrichten (endlich verstanden wir, dass die finnischen Zeitschriften in Helsinki nur noch Bilder der britischen Prinzessin Diana brachten, weil sie scheinbar gestorben sei, wir hatten uns lange gefragt, was sie wohl wieder angestellt hatte, aber die finnischen Schlagzeilen schafften wir einfach nicht zu übersetzen). Nach dem letzten Karten- und Briefe schreiben ging ich um halb zwölf Uhr ins Bett

3.9.1997 Mittwoch, Tag von Turku

Weil nur ein günstiger Zug am Morgen fuhr und jener um 7:03 Uhr mussten wir früh aufstehen. In Pieksämäki, einer Kleinstadt im Herzen Finnlands blieben wir drei Stunden und setzten uns auf die Steine am See in der Natur, wo es sehr idyllisch war. Ich schnitzte aus Birkenholz auch ein Kreuz. Den Rest der Ost-West-Durchquerung Finnlands machten wir in dem Schnellzug der um fünf Uhr in Turku ankam. Diese historische Stadt besichtigten wir relativ schnell. Den Dom aus dem 13.Jahrhundert hielt uns länger auf, sonst sah ich das Sibelius.Museum, die griechisch-orthodoxe Kirche und das schwedische Theater. Dem Fluss nach liefen wir zum Hafen und passierten einige alte Schiffe. Auf das Riesen-Schiff „Isabella“ der Viking Line (2480 Passagiere) warteten wir fast drei Stunden bis zur Abfahrt um 21:30 Uhr, dabei schrieb ich Tagebuch. Als wir auf dem 11-stöckigen Schiff waren suchten wir die Orientierung. Wir besichtigten die verschiedenen Restaurants, Night-club, Spielautomaten, Sky bar mit Karaoke und die Badeanstalt. Im Duty-free-shop und der Cafeteria konsumierten wir noch und um elf Uhr versuchten wir im Fernsehraum zu schlafen.

4.9.1997 Donnerstag, Tag des Rathauses von Stockholm


Um 6:45 Uhr kamen wir mit dem gigantischen Schiff „Isabella“ der Viking-Line in Stockholm an und liefen die zwei Kilometer zum Bahnhof. Einkaufen und Gepäck einstellen waren die Taten dort. An der Santa Klara-Kirche vorbei, durch das Reichstagsgebäude und um das Königsschloss liefen wir zur Domkirche, die wir vor allem innen bewunderten. Auch die deutsche Kirche und Riddarholmskirche sahen wir, bevor wir das Rathaus besuchten. Die Führung in englisch dauerte 50 Minuten und wir sahen reich geschmückte Sääle des Backsteingebäudes von 1911 und den blauen Saal, in dem das Festessen der Nobelpreis-Verleihungen stattfindet. Anschliessend bestiegen wir den viereckigen 106 m hohen Turm über sonderbareTreppenvariationen, doch die Aussicht war auch bei bedecktem Wetter gut. Nächstes Museum war das Wasa-Museum, wo das grösste konservierte Objekt der Welt stand, das 1628 gesunkene Kriegsschiff „Vasa“. Das Ostseewasser hatte es gut konserviert und nicht nur am 69 m langen Schiff haben die Museumsleute lange gearbeitet, sondern auch am Museum: Es hatte ein Kino, viele Modelle, Computer-Animationen, mehrere Etagen und ein sphärisches (Achtel-Kugel) Kino. Nach zweieinhalb Stunden interessanter Studien verliessen wir das Vasa-Museum und assen auf einer Bank zu Mittag. Ich besuchte danach das Nationalmuseum, welches viel Kunsthandwerk sowie Bilder und Skulpturen von flämischen, französischen, schwedischen und anderen Meistern zeigte. Um 17:45 Uhr entschlossen wir uns zum weltgrössten Kuppelbau (84 m Durchmesser) zu laufen, welche weisse Kugel wir von Rathausturm gesehen hatten, aber auf keinem Stadtplan eingezeichnet war. So liefen wir über 5 km nach Süden (die Kuppel wirkte immer grösser und kam irgendwie trotzdem nicht näher) und entdeckten bei jener Mehrzweckkugel ein gigantisches shopping-center. Im Mc Donald’s assen wir zu Nacht und zurück fuhren wir mit der U-Bahn (T-Bahn) Beim Ritterhaus in der Gamla stan blieben wir noch und warteten die verbleibenden drei Stunden im Bahnhof. Um 23:10 Uhr fuhren wir mit dem Nachtzug richtung Malmö und hatten sechst Stunden Zeit zu schlafen.

5.9.1997 Donnerstag, Tag von Götborg

Um 5:12 Uhr stiegen wir in Hässleholm aus und hatten Anschluss an einen Interregio nach Karlskrona. Während der Stunde Aufenthalt dort besichtigte ich die Strassen mit der Dreifaltigkeits- Frederiks- und Admiralitätskirche. Die Fahrt ging über Emmaboda nach Kalmar weiter. Zuerst suchten wir den Dom auf welcher sehr imposant gebaut ist und dann liefen wir zum grossen Schloss. Die Befestigungen waren mächtig und über den Wassergraben bekam man den Innenhof mit dem Renaissancebrunnen zu sehen. Wir besuchten auch die noblen Innenräume und auf dem Wall verpflegten wir uns bei Sicht aufs Meer und die Insel Öland. Ein sehr moderner Zug fuhr uns quer durch Schweden via Alvesta und Borås nach Göteborg. Wir erkundigten uns über Fähren und Jugi und liefen durch die Altstadt zur Jugendherberge an der Vegagatan. Gegen Abend liefen wir durch den Park zur Frederikskirche und er Gotaälv entlang zur hypermodernen Oper, einem Viermaster und emLippenstift“-GebäudeUtkiken“, ein rot-weisser Glaskomplex. Eine Überführung und eine Galerie mit 3 Mc Donald’s führte uns wieder zum Gustav Adolf Torg. Die Kristine Kyrka und die Domkyrka tangiertenwir auf dem Weg zum Theater und dem Kulturzentrum Gotäplats. Um 21 Uhr erreichten wir unser Zimmer und ich schlug mir noch den Ranzen voll.

6.9.1997 Samstag, Tag von Frederica

Um 8:30 Uhr standen wir auf und liefen bald zum Kai der Stena-Line. Es hatte viele Leute, die mit dem 10-stöckigen Schiff „Danica“ um 9:30 Uhr von Göteborg nach Frederikshavn wollten. Wir sassen während der ganzen Fahrt über den Kattegat auf dem Hinterdeck draussen am Wind. Von Frederikshavn fuhren wir mit einem Regionalzug nach Aalborg; in dieser 100‘000-er Stadt leisteten wir uns einen stündigen Spaziergang zum Dom und dem Limfjorden. Die Fahrt ging in einem IC weiter über Århus nach Fredericia. Fredericia wurde zu unserer Unglücksstadt, denn es geschahen 13 unschöne Überraschungen: 1.) Der Stadtplan am Bahnhof hatte einen kleinen Massstab und war weit zu laufen zur Jugi. 2.) An der Strassse, wo die Jugi sein sollte, hatte es keine Häuser. 3.) wir liefen aus Vertrauen zum Stadtplan in die falsche Richtung. 4.) Von dort zur Jugi war es noch weiter. 5.) Der Stadtplan am Bahnhof war total falsch gewesen. 6.) Die Reception an der Jugi war schon geschlossen. 7.) Der direkte Weg zum Bahnhof war sehr nahe (wäre sehr nahe gewesen). 8.) Es fing an zu regnen (das erste Mal auf dieser Reise) 9.) Das Stadttor, auf dssen Unterstand wir uns gefreut hatten, hatte kein Dach. 10.) Die Kirche, zu der wir liefen, hatte keine Turm. 11.) Das Rathaus, das wir suchten, war so klein und unauffällig, dass wir es übersahen. 12.) Als wir die Hamburger zu Nacht bestellen wollten, wurde gerade geschlossen. (13.folgt noch) Also gingen wir um 21:33 Uhr in den IC nach Odense und Høje Taastrup (mit dem Tunnel unter dem grossen Belt), dort erkannten wir, dass der Zug Richtung Deutschland nicht zur Fähre in Rødby, sondern nur bis Nykøbing fährt am Sonntag (weil es eben plötzlich Sonntag wurde), doch diesen Zug hatte ich 13.) in Fredericia herausgesucht. Um 1:34 Uhr kamen wir dort an, wurden aber bald aus dem Wartsaal geschickt, schrieben, lasen und waren wir im Wartehäuschen auf Gleis 5 und warteten auf den 5:55 Uhr Zug nach Høje Taastrup zurück. So fuhren wir nochmals hin und her und überquerten schlussendlich mit einem Eurocity den Fehmarnsund auf der Fähre.

7.9.1997 Sonntag, Tag von 1450 km

Auf der Fähre konnte ich grosse Wellen im Meer ausmachen und es windete stark. Um 12:23 Uhr kamen wir in Hamburg an und sahen, dass es zu viele Leute auf den ICE hatte und fuhren deshalb mit dem IR nach Offenburg, der 27 Mal hielt. Ich schreib Fahrpläne und hörte Musik unterwegs. In Basel kamen wir um 21:45 Uhr an und bald (eine Stunde später) war ich zu Hause und erzählte den Eltern.


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