Tagebuch-Auszug

Letztes Survival-Lager im Sommer 2009

 

Teenager-Lager des Bibellesebundes mit dem Thema „Wildnis-Survival“. Das siebte dieser Art unter meiner Leitung.

2.8.08 Sa Survivallager Gresso

 

7:00 begann ich den Morgen mit Vera und Rhea. 9:00 machte ich mich auf mit dem kleinen Veloanhänger mit zwei Rucksäcken, vier Foodsäcken und einer Gitarre an den Bahnhof. Den Veloanhänger schloss ich mit Zahlenschloss ab, damit die Familie G. ihn übernehmen konnten. C. K. und sein Vater halfen mir in die S3 einladen (per Auto gekommen). Der jüngste Lagerteilnehmer half mir dann auch in Olten beim umsteigen. In Zürich trafen wir auf fast den Rest des Lagers, E. D. stieg in Arth-Goldau zu (leider zu vorderst, da für uns im hintersten Wagen reserviert war). Man machte Kartenspiele oder redete. Das Umsteigen in Bellinzona und Locarno war kurz aber alle halfen mit. In Locarno stiess noch N.M. dazu. Nach der spannenden Postautofahrt bis Russo hatten wir ein relativ grosses Fahrzeug nach Gresso, dort kamen wir auf 999 m um 15:12 an. Zuerst schützten wir und gegen die Sonne und luden Food (ca. 50 kg), Gitarre, Kochtöpfe und Zelte auf. Auf meist waldigem Wanderweg stiegen wir über Monte bis 1520 m auf und machten viele Pausen. Nach der Schottertraverse ging ich mit vier Abenteuerlichen den Wald hinab. Beim zweiten Anlauf fand ich eine gute Stelle um über den Bach zu kommen, die 50 m Aufstieg auf der anderen Seite waren aber von Brennnesseln geprägt. Auf 1460 m nahmen wir im Wald Motto den ersten Lagerplatz ein, ich ging zurück und begleitete die übrigen. Auf den kleinen Lichtungen und flachen Böden stellten wir zwei Zelte auf, ich war dann aber der einzige, der in einem schlief, die andern lagen unter freiem Himmel. Auf Gaskochern machten wir Couscous mit Tomatensauce, S. leitete ein Kennenlernspiel (Fragen, später Reihenfolgenbilden auf einem grossen Stein), zum Schluss hielt ich einen Input über die Abgeschiedenheit in der Bibel.

 

 

3.8.08 So Motto

 

7:30 weckte ich die Leiter, wir gingen die Stille Zeit mit Markus 5 durch und besprachen den Tag. Teilnehmer wecken, Frühstück mit Brot und Nutella (schon offen). Da zwei Postenläufe aber kein Gottesdienst vorbereitet worden war, baute man den einen Postenlauf zu einem Gottesdienst um, diesen feierten wir auf einem grossen Stein im Wald, bei dem wir Bänke, Kreuz und so eingerichtet hatten und Lieder mit Gitarre begleitet sangen. Zum Bach hinab legten wir in Richtung Norden einen Weg mit 20 m Abstieg an, dort konnte man Wasser holen, baden und auf Feuer kochen. Mittagessen: Gnagi (Schweinskopfstücke) und Brot. Vom Fleisch blieb noch übrig, es war nicht bei allen beliebt. Nachmittag: Baden am Bach, ich ging mit den Jungs bis 1380 m hinab zu verschiedenen Pools. Eine Toilette wurde im Wald eingerichtet und der Lagerplatz wurde ausgebaut. Vor dem Nachtessen (Gemüserisotto) boten wir Bibel-Workshops an, zwei Teilnehmer kamen zu mir zum Thema Bibelstammbaum, an anderen Orten ging es um Gottes Gnade oder um Gottes Willen. Der Postenlauf von E.D. bestand aus Scherzfragen und Lösungswort. Am Lagerort machten wir noch Ratespiele (Club der freundlichen Leute, gekreut oder parallel), C.C. hielt zum Schluss einen Input.

 

 

4.8.08 Mo Pizzo Cramalina

 

Als Morgenwanderung weckte ich um 3:16 fast alle. Wir waren zehn, die so bald wie möglich mit Stirnlampen gerade hinauf zur Alpe di Remiasco aufstiegen (es hatte wenig Dickicht). Dem Weg folgten wir bis zum Bach, dann verloren wir ihn und traversierten bei Sichtgewinn weiter leicht ansteigend (Zeitverlust) Unterhalb des Pizzo Cramalina durfte jeder aufsteigen wo er wollte, wir waren dann bald auf 2321,9 m, vertrieben die Schafe und hätten den Sonnenaufgang zeitlich vielleicht knapp verpasst, wenn nicht sowieso im Nordosten ein Wolke gewesen wäre. Die Aussicht war schön, wir assen Wiener Kringel und stiegen bald wieder ab via Alpe del Lago, Alpe Bietro und vom Wanderweg direkt zum Bach zu unserer Feuerstelle (Rutschbahn mit lustigen Leuten). 9:00 waren wir zurück, assen Zwieback mit Confi und machten bald Survivalworkshops (Kartenlesen, Pfeilboden bauen, Feuer von Grund auf entfachen). Nach der Gerstensuppe zum Mittagessen gab es eine sehr ruhige Erholungsphase (ich schlief zwei Stunden) Man spielte später „black stories“ und „babelibababab“. Später ging es ums Nachtessen (Teigwaren), ich wusch das Geschirr am Bach ab, während die andern ein Kampfspiel auf der kleinen Lichtungswiese machten (die meisten schliefen auch jeweils unter freiem Himmel dort, ich im Zelt mit den Nahrungsmitteln). Am Lagerort hatten wir auch sehr alte Stahlseile und andere Seilbahneinrichtungen gefunden. Der Thematische Abend war ein Gespräch unter gleichgeschlechtlichen über ihre Rolle.

 

 

5.8.08 Di Lago Alzasca

 

Gegen acht trafen sich die Leiter um die Stille Zeit und den Tag durchzugehen. Die Stille Zeit in drei Gruppen befasste sich mit Markus 6. Griesbrei war auf dem Gas schnell gekocht, man konnte Zimt dazu nehmen. Für die Tageswanderung nahmen E.D. und ich alles Material in Rucksäcke. Wir stiegen alle den Wald auf, zuerst entlang einem Tobel, dann nach Norden abweichend, so dass wir genau auf einen Weg trafen, der den Bach auf 1600 m überquerte. Wir zweigten ab, kamen an der Alpe Bietro vorbei und machten auf einer Grasterasse nach dem Pass bei der kleinen Cramalina einen Schokoladehalt. R.W., C.C., E.D. und ich stiegen zur Cramalina (2168 m) auf, wo E.D. schon im Lager 2006 gewesen war. Zusammen kamen wir gegen zwei Uhr zum Lago Alzasca (1855 m), der ziemlich warm war. Baden war beliebt, einige schwammen ca. 200 m, andere benutzten einen schwimmenden Baumstamm. Von den kleinen ausgesetzten Forellen versuchten wir zu fangen, die Methode mit der Petflasche fing etwa 8, das Tshirtnetz gegen 10 und ich mit dem im Boden eingelegten Hemd nur einen. In einer Wasserflasche nahmen wir die Fischchen mit. Obwohl sie nachher nicht mehr lebten, passten sie zu den Thonteigwaren. Unterwegs waren viele gut drauf und assen Insekten, rannten herum und fünf wollten bei der Alpe Rodan Heidelbeeren suchen und später nachkommen: Sie sahen dann aber phantomartig Zelte auf der anderen Bachseite und suchten dort unseren Lagerplatz, so durchquerten sie sehr steiles Gelände und kamen einiges später zu uns herab (Handys nützen auch nichts wenn man Empfang hat, aber die Nummer des Hauptleiters nicht kennt). Nach dem Essen wurde es dunkel und S. hielt einen Input.

 

 

6.8.08 Mi Passo della Bassa

 

Nach üblichem Morgen mit Leiterzusammenkunft, Stiller Zeit und Frühstück (Haferbrei dazu Heidelbeeren und Zimt, in den Pfeffer gemischt war) räumten wir den Lagerplatz ab und stiegen durch den Buchenwald zum Weg auf 1600 m auf (wir trafen eine Schlange an und es war anstrengend). Zur Alpe Bietro und zum Bach dahinter kannten wir den Weg. E.D. führte vier Mutige an, eine Abkürzung über die Alpe del Lago zu nehmen. Ich begleitete die anderen auf dem Weg über den Passo della Bassa zur Alpe Canaa, so dass wir nie über 1843 m mussten. Bei dem feuchtheissen Wetter gerieten wir in eine triefende Wolke, doch wir hatten Unterstand in der Alpe Canaa und warteten 30 min auf die Abkürzenden (Lunch war nach der Schokolade nun Pflanzenöl). Im Nebeldunst kamen wir auf die Alpe di Pii, wo einige mit mir das Gelände erkundeten um einen Lagerplatz zu finden. Zwischen den Lärchen und Felshügeln bot sich nordwestlich des Seeleins eine schöne Wiese an. Ich stellte mein Zelt auf, die andern montierten die grosse Plache. Der kleine See hatte zwar Wasser, aber es war wie „Cola mit Fruchtfleisch“. Fleissige Leute holte bei der Alpe Nagairom Wasser und hatten 1 Std. dafür, inzwischen kochte ich Polenta mit Käse auf Gas. Am Abend machten wir ein Feuer beim Seelein, den Gebetsabend verlegten wir dann wegen einsetzendem Schwachregen unter die Plache.

 

 

7.8.2008 Do Zucchero

 

6:10 stand ich auf und sah dass gutes Wetter war, so ging ich auf den Zucchero-Gipfel und bewunderte die Aussicht im Sonnenaufgang, E.D. kam auch mit. Fladenbrot als Frühstück kochten wir in Gruppen, alternierend zur stillen Zeit. Es war märchenhaft schön auf der offenen Alpschulter. Mein Survivalworkshop fiel aus (die andern machten dafür Bekleidung in der Natur und Feuertechnik), so telefonierte ich auf dem Zucchero mit dem Bibellesebund und schrieb Ansichtskarten. Ein Schoggifangis überbrückte die Zeit bis zu den Hörni mit Servelat zum Mittagessen. Das Entdeckungsspiel prägte den Nachmittag. Zu zweit suchten die Teilnehmer beschriebene Orte der Umgebung auf und lösten dort Aufgaben. Bei mir auf einer Felsterasse auf 1500 m mussten sie beschreiben was sie alles in der Aussicht kannten oder erkennen konnten. Bei E.D. mussten sie den Umfang eines Baumes schätzen, bei C.C. Rinden erkennen, anderswo Blümchen sammeln oder Wassertiere aufzählen. Während dem Bibelworkshop kamen viele zu meinem „Verwandtschaften in der Bibel“, andere gingen Wasser holen. Das Kochfestival bestand darin, dass man in drei Gruppen zusammengestellte Nahrungsmittel erhielt und daraus was machen musste (tauschen erlaubt). Kurz vorher ging ein kurzes, heftiges Gewitter nieder, so hatten wir plötzlich Wasser im Überfluss und sogar einen Haufen Hagelkörner neben der Plache. Meine Gruppe machte Pfefferglace (mit Hagel), Couscous mit Curry, Äpfelstücke an Caramelsauce und Caramel-Lollipops (mit Besteck). Das Nachtspiel wurde verschoben, R.W. hielt einen grösseren Input zur Evolution. Als es dunkel wurde richtete man sich ein und es ging bald ein zweites kräftiges Gewitter über den Zucchero (3 bis 4 Blitz näher als 300m). Ein drittes Gewitter kam dann später in der Nacht.

 

 

8.8.08 Fr Castello

 

Der Morgen zeigte wieder Sommerwetter und ich weckte die Leute, damit sie auch auf den Sonnenaufgang auf den Zucchero kommen konnten (die Nachtwanderung auf den Güi wäre zu extrem gewesen). Wir räumten nach dem Vermicelles-Marzipan-Frühstück auf und trugen unser Gepäck hinab. In Sassalp machten wir eine grosse Pause und in Sola hatten wir Mühe die Abkürzung zu finden. Die Traverse nach Castello hatte viele Gegensteigungen, doch kaum waren wir dort angekommen, konnte man im Bach baden. Es waren drei Menschen ansässig, wir gingen daher auf die andere Seite des Bachs, wo wir zuerst nur Überschwemmungsblöcke fanden. Wir richteten uns dann aber auf Laubboden bei grossen Steinblöcken ein, so dass die Leiter auf der oberen Terasse schliefen und die Teilnehmer unten. Alle Teilnehmer kamen mit mir (manche barfuss) zum Wasserfall, der unter dem Lagerplatz im Bach war (Umweg um den Castellohügel). Mit meiner Luftmatraze badeten wir im See wo der Wasserfall (zweistufig, je ca. 20m) mächtig reinfiel. Am Lagerplatz leitete R.W. die Lagermeisterschaft, wo die Jungs und Mädchen Kartenlesen, Pfeilbogen bauen und Feuer entfachen mussten. Wir hatten beschlossen nicht heute noch einkaufen zu gehen, deshalb gab es keine Pizza, sondern wir assen, was wir noch hatten: 600 g Reis und Fladenbrot aus 1,2 kg Mehl, dazu Sugus. Den geistigen Abschlussabend leitete E.D. auf dem Gipfel 813 m, wir sahen von dort aus auch die Sterne schön. 23:00 waren wir zurück bei den Schlafsäcken (ich übernachtete auch draussen).

 

 

9.8.08 Sa Morgen-Nachtspiel

 

Wir Leiter waren der Meinung, man könne ein Nachtspiel auch am Ende der Nacht durchführen, deshalb weckten wir die Teilnehmer um 4:15. Als alle bereit waren, liefen wir etwas Richtung Süden zu einem Buchenlaubhang und ich erklärte die Regeln des Spiels für zwei Gruppen, die wie die Pfahlbauer sich mit Leistungen Schutz vor Naturkatastrophen erarbeiten mussten und diese Schutzkarten dann zu ihrem Posten schmuggeln mussten. Lustig war, dass neben guten Schutzkarten wie Haus, Ofen, Hund oder Wassertank auch der schadende „Hausgott“ oft erworben wurde, von Lukas sogar absichtlich, damit er sich dann fangen lassen konnte und der Fluch bei den Gegnern landete. Für den Wassertank musste man am Bach Wasser holen, da konnten die Gegner dann den Becherläufer zum ausleeren bringen. Alle 3 min wurde eine Naturkatastrophe gezogen, die Gruppe, die geschützt waren bekamen Punkte, die andern verloren. 6:00 war fertig, wir gingen in die Stille Zeit (die CDs die ich mitgebracht hatte, hatten die Jungs schon), zum Frühstück gab es 500 g Waffeln, dann räumten wir ab und liefen nach Lodano. E.D. ging voraus und holte im Coop Maggia Zopf und Zubehör. Als mal nicht ich vorausging nahmen die Leute einen anderen Abstieg und suchten mich, da ich unten auf sie wartete. An der Maggia ruhten wir uns aus. C.C., R.W. und ich bauten einen Steinbogen. Um 11:00 kam E.D. mit dem feinen Food, der schnell weg war. Schon 12:07 stiegen wir in den Bus nach Locarno, wo wir ein Stunde blieben (im Park am See, L. und J. badeten). 13:53 fuhr der Zug und 16:51 waren wir in Zürich (oft war man müde oder spielte Ligretto oder anderes).

 

 

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