Schweizer Aufstieg auf den Piz Corbet

 

Die Westflanke des Piz Corbet ist ein sehr spannendes Berggebiet, da sie relativ steil ist, sehr abwechlungsreich und herausfordernd und nur marginal Wege enthält. Von Italien her ist der Aufstieg nicht extraordinär, lässt sich aber gut als Abstieg geniessen.

 

Der Schweizer Aufstieg beginnt in Mesocco, Postautostation auf 766 m.ü.M. Nach der Überquerung der Moesa steigt der signalisierte Wanderweg stetig auf die Alp Calnisc (1276 m.ü.M.) an. Folgt man dem Weg in Richtung Nassel (Norden) weiter, steht man bei 1350 m.ü.M. auf einem leichten Rücken mit hohem, lichten aber steilen Wald. Dort empfiehlt es sich den Wanderweg zu verlassen und dem Rücken folgend um 400 Höhenmeter anzusteigen.

 

Aufstieg, von Soazza aus gesehen

 

Im Übergang von Wald zu Gebüsch trifft man in Gebiet Arna eine sehr kleine Hütte an (offen) an. Wenig unterhalb der Felsen sollte man gegen rechts ablenken und die Überquerung des

Karte 1:25’000

 

Baches Geseneta auf 1910 m.ü.M. (kleine Schulter untendran, die Felsen obendran). anstreben. Unmittelbar nach der Überquerung findet man einen dichten und sehr steilen Buschwald (Erlen) mit Tierspuren vor. Wenn möglich diesen Spuren nach schräg oben folgen, bis man direkt unter dem Felsband des Pian Guarnei läuft. Wenn sich das Felsband öffnet lohnt es sich Richtung Nordnordwest auf den Pian Guarnei (2090 m.ü.M.) aufzusteigen. Es hat dort zwar zwei Natelantennen, aber es bietet sich dort auch die zweitletzte flache Übernachtungsgelegenheit vor dem Piz Corbet (die letzte ist bei Il Forn auf 2600 m.ü.M, nur selten schneefrei).

 

 

 

Blick von

Mesocco:

Pian

Guarnei

(Punkt)

und ver-

steckte

Lage

des Piz

Corbet

(Pfeil)

Vom Pian Guarnei zum Tal der Gesena

Vom Pian Guarnei dringt man am besten mit einer horizontalen Traverse Richtung Südosten weiter vor. Nach der Überquerung eines Couloirs durch die Erlenbüsche schräg ansteigen, so dass man bei 2250 m.ü.M. an den Bach Gesena stösst. Wenn man der Gesena auf der Nordseite im Abstand von 1 bis 10 m noch oben folgt, kann man problemlos das sehr steile Tal nach Il Forn aufsteigen.

Gipfel (Piz Corbet) von Nordwesten her

Das steile Tal der Gesena und ihre

Öffnung bei Il Forn

(Sicht von 2800 m.ü.M.)

In der Mulde von Il Forn sieht man die beiden Felsbändern, die einem nun noch vom Piz Corbet trennen; das untere umgeht man links, das obere rechts, so dass man im Slalom um den Punkt 2752 m in die obere Schrägmulde gelangt. Der Gipfelbereich ist alpin keine Schwierigkeit, bei vereistem Schnee ist aber die Route zuerst nach Süden und dann auf dem Grat nach Osten die sicherste Variante.

Piz Corbet von Süden her gesehen

(Italien, Plateau 2700 m.ü.M.)

Fortsetzungsroute Richtung Soazza

 

Vorschlag für eine schöne Fortsetzung der Tour:

 

Lago del Fermo – Lago Croce –

Fredolan – Val de la Forcola –

Soazza (Misox)

 

Abstieg nach Italien (zuerst 50 m auf dem Ostgrat, dann nach Norden über den Schotter in die Mulde und nach Osten hinab bis die Vegetation beginnt). Dann zum Lago del Fermo traversieren. Weiter 200 m ansteigen auf das Felsplateau östlich des Piz Pombi (etwas östlich des Ausflusses des Lago del Fermo, kleiner Abstieg, hat es eine von Gämsen gerne begangene Rampe auf die erste Felsstufe; dann kann man gut einer Bruchlinie Richtung Südsüdost folgen). Vom Felsplateau nach Süden abzusteigen ist nur beim Punkt 2724 m möglich, da weiter östlich eine Steilstufe zum Lago Croce vorliegt. Der Lago Croce ist aber eine Sehenwürdigkeit, da seine Form ihm seinen Namen gab. Die Kreuzform kann man am besten aus der Höhe betrachten, zum Beispiel an der Felsstufenkante südöstlich des Punktes 2724 m. Die Route setzt sich Richtung Süden fort und gelangt problemlos am Seelein auf 2515 m.ü.M. vorbei und zur Landesgrenze auf den Pass 2635 m.ü.M. hinauf.

Lago del Fermo und Felsplateau

mit Route zum Lago Croce und

dem Pass 2635 m.ü.M.

(Blick vom Piz Corbet)

Als Möglichkeit bietet sich an, die Porton del Pombi zu durchqueren, ein Pass, der westlich des Lago Croce als ein Loch in der Felsmauer in die Schweiz zurückführt. Der Anstieg zum Durchgang unter dieser Naturbrücke ist aber eine steile Felsrinne. Die Grenze kann zwar auch gleich nördlich von der Porton del Pombi auf einem Grasstreifen erreicht werden. Der Abstieg ins Tal ist aber von der Gagna del Pombi nicht einfach, da er über lange steile Geröllfelder führt.

 

Die von mir vorgeschlagene Route führt über den Pass auf 2635 m.ü.M. und steigt danach steil ab. Von 2500 bis 2350 m.ü.M. ist ein breites aber steiles Couloir nach Fredolan zu benutzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Lago

Croce

2525

m.ü.M.

 

 

Porton del Pombi

 

Das Couloir sieht von oben gefährlich aus, ist es aber bei weitem nicht. Der Abstieg von Fredolan ins Val de la Forcola bis zum Wanderweg auf 1520 m.ü.M. kann anstrengend sein, wenn man schon viel am gleichen Tag gelaufen ist. Die Route führt einfach einen langen steilen Hang hinab, oben mit Gras, in der Mitte mit Lockergestein und unten mit Büschen und später mit Wald. Auf dem Wanderweg geht es über die Alp de Crasteira nach Soazza (Postauto) ins Tal.

Couloir nach Fredolan

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