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Geschichten
mit Sprachen |
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Mein schönster
Fehler (21.7.1996)
Das Velo zu stossen
ist das eine, das Velo zu tragen das andere. Auf manchen Strecken ist der
Wanderweg so holprig, dass man das Velo besser trägt, so zum Beispiel auf
der Überquerung des Col Ferret. Leider hatte ich vergessen eine Schnur
mitzunehmen, um damit das Velo auf den Rucksack zu binden. Also grüsste
ich einen Wanderer, dem ich gerade begegnete mit der spontanen Formulierung
„Avez vous un peu de facile?“ Leider heisst Schnur nicht facile
(leicht) sondern ficelle, doch er hatte Schnur dabei.
Sonderbare Zutaten
(22.7.1996)
Tags danach kauften
wir (Simon Scherrer, Matthias Kipfer und ich) in Frankreich im Val
d’Isère eine Packung pommes chips. Die waren nicht nur billig, sondern
in allen EU-Sprachen angeschrieben, und hatten einen komischen Geschmack. Als
wir dann die Zutaten bei der deutschen Übersetzung nachlasen, waren wir
zuerst verdutzt, dann merkten wir, dass wahrscheindlich ein z und nicht ein m
vergessen gegangen war, es stand nämlich „Gewürmischung“
darunter.
Seltsamer Name
(13.3.1998)
Auf der
Interrail-Reise von Irland nach Schottland checkte ich zusammen mit Simon
Scherrer in Belfast am Fährhafen ein. Wir hatten Vergünstigungen mit
dem Interrail-Ticket. Da ich dieses also sowieso dem Schalterbeamten zeigte,
entnahm er auch gerade meinen aufgedruckten Namen vom Interrail-Ticket.
Unglücklicherweise blickte er auf die Angabe der Ausgabestelle und nahm
diese als Namen wahr, so wurde ich für die Überfahrt als „Mr.
Zofingen Einnehmerei“ registriert (ich hatte mein Interrrail in Zofingen
am SBB-Schalter gekauft).
Tandem auf ungarisch
(31.8.2001)
Als Vera und ich
unsere flache Tandemfahrt in der ungarischen Stadt Győr beendeten, fragte
ich am Bahnhofschalter nach einem Ticket für den Verlad des Tandems.
Leider konnte die Schalterbeamte überhaupt keine Fremdsprache, aber sie
verwies mich zum Schalter für internationale Tickets. Dort versuchte ich
zuerst auf englisch, dann auf deutsch, dann mit den Händen zu
erklären, um was es ging. nach einer Viertelstunde nahm ich einen Zettel
und einen Kugelschreiber und zeichnete ein Tandem. Darauf sagte die
Angestellte: „Ah, zwei Fahrrad!“.
Andere Länder,
anderes Verständnis (5.9.2000)
Noch weniger Erfolg
mit Verständigung hatten Sascha Pfändler und ich in der indonesischen
Millionenstadt Palembang. Schon auf der 22-stündigen Busfahrt über
das Gebirge Sumatras waren wir die einzigen Seelen, die einer europäischen
Sprache mächtig waren. Während der drei Tage in der Stadt sahen wir
nie einen Weissen und an der Hotel-Reception verstand uns auch niemand. Die
einzige, die an unserer Sprache interessiert war, war die Abteilungsleiterin
der Bank, die für ihre Tochter einen Briefkontakt organisieren wollte (so
formulierte sie es jedenfalls). Mein Kollege war etwas zu offen und schon
bekamen wir eine Einladung. Die vielen Geschenke und Telefonanrufe ins Hotel
bestätigten den Verdacht, dass sie nicht nur an unserem Englisch
interessiert war, sondern meinen Kollegen mit ihrer 15-jährigen Tochter
verheiraten wollte (auch nach der Reise erkundigten sie sich bei ihm telefonisch,
wann er fertig studiert habe und nach Indonesien zurückkomme). Die besagte
Tochter und ihre Kollegen hatten wir dann bei der Stadtbesichtigung als
Begleitung. Da im Reiseführer unter den Sehenswürdigkeiten von einem
Fort aus der Kolonialzeit die Rede war, wollte ich dorthin. Die einheimischen
Studenten führten uns auf eine historische Mauer. Ich machte davon ein
Foto, doch als wir wieder gehen wollten, bekamen wir ein Problem mit einem
Soldaten. Das Fort wurde als Kaserne benutzt und weil wir beide rote Haare
hatten, englisch redeten und ein Foto von der Kaserne machten, war der Fall
für ihn klar, dass wir australische Spione seien (Australien stand zu
dieser Zeit mit Indonesien in militärischem Konflikt wegen Ost-Timor).
Aber die einheimischen Studenten konnten ihn besänftigen.
Numerische
Nationalität (29.2.2004)
Der Pass, den ich
2004 hatte, war noch ein Exemplar der alten Sorte. Deshalb war der
bürokratischen Sicherheit wegen das Geburtsjahr auch in Worten
ausgeschrieben. Den Pass nahm ich auch auf die Türkei-Reise mit. Als Simon
Scherrer und ich uns eines späten Abends in Elazığ einer
untouristischen Grossstadt in Kurdistan, in einem Hotel einschreiben liessen,
verwendete der Hotelier meinen Pass, um die Angaben zu entnehmen.
Offensichtlich konnte er nicht erkennen, welcher Eintrag was bedeute, da er
diverse Male nachfragte, welches nun der Name sei und so weiter. Mit der Zeit
fragte er nicht mehr, sondern füllte einfach aus. Das Auffälligste,
was ich bei den Einträgen erkennen konnte war die Nationalität:
Sieben-Sieben. (Mein Geburtsjahr ist 1977)