konrad weber

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Landkarten-Fiktion

zum Meeresspiegel-Anstieg:

Ausgewählte Regionen

 

 

 

Wenn ein Meeresspiegel auf eine bestimmte Höhe in eine bestimmte Landschaft projiziert wird, lassen sich ästhetische Eigenheiten dieser Landschaft hervorheben, die sonst in einer Karte nicht deutlich genug erkennbar sind.

 

 

 

 

 

Oberbaselbiet 400 m

 

Das Ergolztal durchquert genau auf 400 m ü.M. das Dorf Gelterkinden, genauer: Das Haus, in dem ich wohne. Ich hätte so also Meeresanstoss.

Im Allgemeinen hätte diese Landschaft eine schöne Riasküste mit vielen Buchten und wenig Inseln.

 

 

 

Baselbieter Tafeljura 560 m

 

Geologisch besteht der Tafeljura aus Kalkstein-Schichten, die zerbrochen und verschoben wurden. Im Bereich des Ergolztals liegt die Oberfläche der oberen Schichten auf 550 bis 630 m ü.M. Wäre darunter Meer, würde es aussehen wie eine recht flache Küstenlandschaft, wie eine einzige Tafel

 

 

Basel 250 m

 

Der tiefstgelegenste Punkt der Nordschweiz liegt am Rhein bei Basel und ist wenige Meter unter 250 m ü.M. Würde das Meer um 250 m ansteigen, hätte Basel einen geringen Flächenverlust, wäre aber eine sehr wichtige Hafenstadt.

 

 

Tavannes-Biel 900 m

 

Dass der Kettenjura aus Faltungen besteht, die durch Klusen zerschnitten wurden, kann man auch auf normalen Landkarten gut erkennen. Im Bereich des Pierre Pertuis und der Tubenlochschlucht kann man besonders gut drei durchtrennte Antiklinalen hintereinander erkennen, wenn man nur die Landschaft oberhalb von 900 m ü.M. sieht.

 

 

Plain Fayen (Vermes JU) 710 m

 

Eine besonders hübsche Klus ist diejenige, die Tiergarten genannt wird und zwischen Vermes und Recolaine liegt, denn hier ist auch die Antiklinale ein so harmonisch rundlich gefalteter Hügel, der an gutliegender Stelle vom Bach Gabiare entzweigetrennt wurde. Der Meeresspiegel wurde hier auf 710 m ü.M. gelegt, um die Antiklinale als zwei Inseln zu zeigen.

 

 

Mont Dedos (Undervelier JU) 900 m

 

Die Klus der Gorges du Pichoux ist viel unregelmässiger verglichen mit derjenigen bei Plain Fayen, dafür ist die Antiklinale zwischen Mont Dedos und Semplain nicht als Wölbung wiederzuerkennen, sondern sie kommt als zerbrochene Ebene zum Vorschein, wenn ein Meeresspiegel auf 900 m ü.M. gesetzt wird.

 

 

La Brévine 1080 m

 

La Brévine (NE) liegt in einer Senke, die unterirdisch entwässert wird. Nur im Lac de Taillères (1036 m ü.M.) staut sich das Wasser. Wäre der Abfluss verstopft, würde sich ein grosser See bilden. Das selbe würde geschehen, wenn der Meeresspiegel auf 1080 m ü.M. liegen würde.

Version mit rundem Zuschnitt                     Version mit isoliertem See

 

 

 

Chasseral-Jobert 1277 m

 

Faltungen, wie die Antiklinalen im Jura-Gebirge sind oft aufgebrochen, so dass man zwei parallele Rippen erkennen kann. Besonders gut kann man dies im Osten des Chasserals erkennen, vor allem, wenn ein Meeresspiegel auf einer Höhe von 1277 m ü.M. liegen würde und langgezogene Insel schaffen würde.

 

 

Creux du Van 1415 m

 

In vulkanischen Gebieten kommen oft Inseln vor, die die Kraterform einer Caldera mit in die Küstenlinie hineinbringen. So etwas hat die Schweiz nicht. Wenn man jedoch die runde Felsformation am Creux du Van mit einem geeigneten Meeresspiegel betrachtet, könnte man sie für eine Kraterinsel halten.

 

 

Seetal 500 m

 

Im Aargauer/Luzerner Seetal wurde die Landschaft durch die eiszeitliche Vergletscherung geglättet. Im nördlichen Teil, der in der Eiszeit eisfrei war, gibt es viele zerfurchte Seitentäler. Diese Besonderheit wird noch deutlicher bei einem Meeresspiegel auf 500 m ü.M.

 

 

Gontenschwil 512 m

 

Eiszeitliche Endmoränen gibt es viele im Schweizer Mittelland. Ihre Form ist in der Landschaft oft nicht besonders markant. Diejenige im Wynental bei Gontenschwil und Zetzwil kann mit einem Meeresspiegel von 512 m ü.M. deutlich hervorgehoben werden.

 

 

Napfgebiet West 1100 m

 

Das Napfgebiet (in der Eiszeit nicht vergletschert) weist viele Hügelgräte auf, die sich mit unzähligen Verzweigungen in die Länge ziehen. Zwischen dem Ahorn, der Hochänzi und der Lüderenalp werden diese Hügelland-Tentakel bei einem Meeresspiegel auf 1100 m ü.M. schön gezeigt.

 

 

Sternenberg 840 m

 

Das Dorf im Kanton Zürich wird seinem Namen gerecht, wenn man den Meeresspiegel auf 840 m ü.M. ansteigen lässt, dann liegt es nämlich auf einer sternförmigen Halbinsel.

 

 

Konstanz 480 m

 

Drumlins sind kleine Hügel, die unter einem grossen Gletscher aus Grund­moränenmaterial geformt wurden. Nördlich von Konstanz hat es eine grosse Zahl solcher Drumlins, die auch in ähnlicher Höhenlage liegen. Mit einem Meeresspiegel auf 480 m ü.M. würden sie allesamt zu kleinen Inseln werden.

 

 

Wetzikon 550 m

 

Ebenfalls von Drumlins übersäht ist die Landschaft zwischen Wetzikon und Hombrechtikon. Bei einem Meeresspiegel auf 550 m ü.M. sind sie als möglichst viele Inseln zu sehen.

 

 

Caschlera 2165 m

 

Zwischen Sufers und Andeer Gibt es die Alp Caschlera, deren Fels in der Eiszeit durch den Hinterrhein-Gletscher stark abgeschliffen wurde, so dass viele Rundhöcker entstanden sind. Diese Felsbuckel würden zu kleinen Inseln bei einem Meeresspiegel auf 2165 m ü.M. und würden stark einer finnischen oder schwedischen Schärenküste gleichen.

 

 

 

Kurfirsten 2050 m

 

Die Kurfirsten sind bekannt als eine Reihe von Berggipfeln, die alle markant voneinander abgetrennt sind. Noch stärker voneinander abgetrennt wären sie bei einem Meeresspiegel auf 2050 m ü.M., dann wären sie nämlich eine Inselreihe.

 

 

Matterhorn 4250 m

 

Im Nordatlantik gibt es einige Felsinseln, die karg und steil aus dem Meer ragen, die britische Insel Rockall ist ein Beispiel dafür. Ein anderes Beispiel wäre das Matterhorn, wenn der Meeresspiegel 4250 m höher liegen würde.

 

 

Maggia-Verzasca 2030 m

 

Der Bergrücken zwischen dem Maggiatal und dem Verzascatal hat als Besonderheit, dass er über relativ lange Distanz wenig Höhenunterschiede hat. Mit einem Meeresspiegel auf 2030 m ü.M. wäre er eine sonderlich lange Halbinsel.

 

 

Matro 2100 m

 

Der Bergrücken zwischen der Leventina und dem Bleniotal ist noch gleich­mässiger geformt. Mit dem Pizzo Erra als höchsten Punkt und dem Matro als Kap wäre sie bei Meeresspiegel 2100 m ü.M. eine lange, filigrane Halbinsel.

 

Val Grande 1800 m

 

Das obere Val Grande zwischen Verbania und Domodossola bildet einen eindrücklichen Talkessel. Seine Kreisform kann ein Meeresspiegel auf 1800 m ü.M. noch verdeutlichen.